Ausbau der Energie-Infrastruktur: Neue Meilensteine zu Land und auf See

Ausbau der Energie-Infrastruktur: Neue Meilensteine zu Land und auf See

Deutschland macht beim Ausbau seiner Energie- und Mobilitätsinfrastruktur entscheidende Fortschritte. Sowohl im Bereich der Elektromobilität in Nordrhein-Westfalen als auch bei der Windkraft in der Ostsee wurden in dieser Woche bedeutende Etappenziele erreicht, die den Weg für eine grünere Zukunft ebnen. Während Fastned sein Ladenetz an den Autobahnen massiv verdichtet, erhält eines der größten Offshore-Windkraftprojekte vor der deutschen Küste die entscheidenden Genehmigungen.

Lückenschluss im Ladenetz

Für den niederländischen Schnellladeanbieter Fastned markiert der neueste Standort in Werl-Büderich einen besonderen Moment: Es ist die 50. Station des Unternehmens auf deutschem Boden. Strategisch günstig gelegen zwischen Dortmund und Soest, nahe der A44 und A445, stehen E-Mobilisten nun zwölf neue Ladepunkte zur Verfügung. Mit einer Leistung von bis zu 400 Kilowatt unter den charakteristischen gelben Dächern gehört der Park zu den leistungsstärksten der Region. Linda Boll, Country Director von Fastned Deutschland, sieht darin mehr als nur eine neue Baustelle: Mit jeder Eröffnung gebe man den Fahrern von Elektroautos ein Stück mehr Freiheit und Sicherheit für ihre tägliche Mobilität zurück.

Das Projekt ist Teil des „Deutschlandnetzes“, einer Initiative des Bundes, die darauf abzielt, weiße Flecken auf der Ladekarte zügig zu schließen. Mittlerweile betreibt das Unternehmen bundesweit über 300 Ladepunkte und setzt dabei zunehmend auf Komfort. Neben dem Wetterschutz durch die Überdachung sind künftig an vielen Standorten auch Shops und Aufenthaltsbereiche geplant. Das Tempo bleibt hoch: Allein im Dezember sollen noch sieben weitere Stationen ans Netz gehen. Langfristig peilt der Betreiber ein europäisches Netzwerk von 1.000 Standorten an.

Grünes Licht für Ostsee-Giganten

Doch die wachsende Flotte an Elektrofahrzeugen benötigt vor allem eines: grünen Strom. Hier meldet der Entwickler Skyborn einen entscheidenden Durchbruch für das Projekt „Gennaker“. Das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern hat die Genehmigung für den geplanten Offshore-Windpark erteilt. Damit ist der Weg frei für die finale Investitionsentscheidung, die für den Sommer 2026 erwartet wird.

Der geplante Windpark wird etwa 15 Kilometer nördlich der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst entstehen und soll zum leistungsstärksten Offshore-Projekt in der deutschen Ostsee avancieren. Interessant ist hierbei die genehmigte Leistungssteigerung: Statt der ursprünglich geplanten 927 Megawatt darf der Park nun eine Gesamkapazität von 976,5 Megawatt erreichen. Wenn die 63 Turbinen voraussichtlich im Jahr 2028 in Betrieb gehen, werden sie jährlich rund 4 Terawattstunden Strom produzieren – rechnerisch genug, um etwa eine Million Haushalte zu versorgen.

Strategische Weichenstellungen

Hinter dem Gennaker-Projekt steht mit Skyborn ein Portfoliounternehmen der zu BlackRock gehörenden Global Infrastructure Partners (GIP). Die Vorbereitungen laufen bereits auf Hochtouren. Siemens Gamesa wurde im Sommer für die Lieferung und langfristige Wartung der Turbinen unter Vertrag genommen, während das norwegische Unternehmen Fred. Olsen Windcarrier den Transport und die Installation der Anlagen übernehmen wird. Die Bauarbeiten selbst sind auf einen Zeitraum von etwa zwei Jahren ausgelegt. Mit der Genehmigung von 2019 als Basis und dem aktuellen grünen Licht aus Mecklenburg-Vorpommern rückt die Realisierung dieses Großprojekts in greifbare Nähe.